Die Zukunft der Hochschulen: Digital, flexibel und lebendig

Quelle: pixabay.com / TeroVesalainen
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Während das Ende klassischer Hörsäle längst prognostiziert wird, experimentieren moderne Hochschulen derzeit mit alternativen Lernorten. Wie wird die Universität der Zukunft aussehen und welche Faktoren werden innovative Lernorte charakterisieren? Antworten auf diese Frage liefern unter anderem Universitäten in Berlin, Passau und Trier. Fest steht, dass sich vom Interieur über die digitale Ausstattung bis hin zu Lehrformen einiges radikal ändern wird.

 

Moderne Anregungen aus Berlin und Passau

Gesche Joost ist nicht nur Design-Professorin an der Universität der Künste Berlin, sondern gleichzeitig Expertin auf dem Gebiet der Integration digitaler Lösungen in den Unterricht. Das Design Research Lab in Berlin ist von einem großzügigen Holztisch, einer Glasscheibe zum Notieren von Ideen und einer Schaukel geprägt. Letztere wurde mittig im Raum montiert. Die Art der Einrichtung regt zum gemeinsamen Diskutieren, Fachsimpeln und Kreativsein an. Ein Lernort der Zukunft. „Klassische Hörsäle werden in der Universität der Zukunft nicht mehr gebraucht, höchstens mal für einen Abendvortrag“, so Joost gegenüber der Berliner Zeitung. Ihrer Ansicht nach werden sich die Universitäten in den nächsten Jahren stark verändern. Die Universität Passau stützt diese These. Die gewohnte Frontalausrichtung der Studenten gehört dort im Didaktischen Labor (Dilab) der Vergangenheit an. Stattdessen sorgen flexible Präsentations- und Tafelflächen, individuell einstellbare Möbel, innovatives Medien- und IT-Equipment sowie Videosysteme für einen kommunikativen Austausch zwischen Lernenden und Professoren. Kreativität und Experimentierfreude sollen durch die Veränderungen hin zu einem lebendigen Lernort stärker in den Fokus rücken, gleichermaßen wie das gemeinschaftliche Lernen.

 

Neue Möglichkeiten in Trier

Trier gehört in Rheinland-Pfalz zu den größten Hochschulen für angewandte Wissenschaften. Nach dem Vorbild aus Passau, will die Universität moderne Lernorte schaffen. Flexibel einsetzbare Medien und Möbel könnten dort schon bald selbstverständlich sein.

Quelle: pixabay.com / StartupStockPhotos
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Angefangen von individuell anpassbaren und ergonomischen Arbeitsstühlen für Universitäten, wie sie beim Fachhandel für professionelle Betriebseinrichtung unter loew-ergo.de präsentiert werden, bis hin zu modularen Tischelementen und der Verknüpfung digitaler und analoger Lehrkomponenten gibt es eine Vielzahl an Ansätzen zur Realisierung eines multifunktionalen Lehrraums. Dieser ist Bestandteil der Strategie in Richtung Digitalisierung an der Hochschule Trier. Innovative Lern- und Lehrorte gibt es bereits seit 2012. Das BioGeo-Labor fördert Schülerkompetenzen in der Naturwissenschaft und verfügt über Gruppentische und flexibel einzurichtende Arbeitsbereiche zum Erproben geographischer und biologischer Experimentiermodule. Beste Voraussetzungen für interdisziplinäre Projektarbeit und fachdidaktische Forschung.
Doch damit nicht genug. Künftig soll ein geisteswissenschaftlich-mathematisches Lehr-Lern-Labor entstehen, um das Entwicklungspotenzial bezüglich der Digitalisierung in Forschung und Lehre auszuschöpfen. Darüber hinaus soll der Wandel zur Hochschule 4.0 mit weiteren Projekten vorangetrieben werden. Darunter eine Bibliotheken-Erweiterung zur Schaffung modernster Lern- und Lehrorte. Digitale Medien sind bereits in vielfacher Form in der Praxis im Einsatz:

• Liveübertragungen / Videoaufzeichnungen
• E-Tutorien
• E-Klausuren
• Interaktive Lernmodule
• „Cliqr“ (interaktives System) zur Kommunikation zwischen Dozenten und Studenten
• Virtuelles Museum mit virtuellen Themenräumen zur Vermittlung von Master-Studiengang-Inhalten im Fachbereich Digitale Geisteswissenschaften

Soziologie-Professor Dr. Michael Jäckel ist seit 2011 Präsent der Hochschule Trier und geht in einem umfassenden Gastbeitrag unter volksfreund.de darauf ein, was er unter modernen Lernorten versteht und welche Gesichtspunkte in den kommenden Jahren eine entscheidende Rolle spielen dürften. „Die Vorlesung als Format wird aussterben und durch neue Formate ersetzt werden, Flipped Classroom-Modelle zum Beispiel, wo Sie sich das Wissen zu Hause selbst erarbeiten und es dann im Präsenzkurs praktisch anwenden“, erklärt Jäckel. Zudem würde es künftig mehr Video-Lehreinheiten geben und automatische Tutorensysteme könnten individuelle Internet-Übungsprogramme anhand der Stärken und Schwächen der Studenten erstellen. „Wir werden also Veränderungen erleben, aber sie werden nicht alles über den Haufen werfen.“
Abschließend möchten wir auf den neuen Image-Film der Hochschule Trier aufmerksam machen, welcher die moderne Ausrichtung der Universität verdeutlicht:

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